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Aus dem Umweltbeirat


Hegegemeinschaft Karlsruher Bergdöfer: „Verständnis der Bevölkerung für die Natur nimmt ab“
Engagiert informierte Benjamin Gut, Leiter der Hegegemeinschaft Karlsruher Bergdörfer und Jagdpächter von Waldbronn Busenbach den Umweltbeirat über seine Aufgaben und die damit verbundenen Herausforderungen.

Zum Hintergrund: Eine Hegegemeinschaft ist ein Zusammenschluss mehrere zusammenhängender Jagdbezirke. In diesem Fall acht Bezirke aus dem Landkreis auf rund 2900 Hektar Fläche, denn „das Wild kennt keine Grenzen“. Ziel und Aufgabe, so Benjamin Gut, sind unter anderem der Schutz der wild lebenden Tierarten (Niederwild wie etwa Hase, Fasan, Rehe, Rebhühner, Fuchs) sowie der Blüh- und Brachflächen, aber auch die Heckenpflege, Biotopverbesserung und Prädatorenbejagung (Räuber). Ein in den zurückliegenden Jahren verstärkt auftretendes Problem auf heimischen Gebiet war das abnehmende Niederwild; unter anderem aufgrund einer stetig steigenden Fuchspopulation. In den vergangenen zwei Jahren konnten hier Erfolge verzeichnet werden, gerade durch eine verstärkte Jagd nach Füchsen. Viel Energie und Arbeit sei auch in die Rehkitzrettung unter Drohneneinsatz gegangen. „Mit Erfolg“, freute sich Benjamin Gut. Dass die Hecken oft nicht einheitlich oder zu unpassenden Zeitpunkten gepflegt werden und nur mit bedingt zufrieden stellenden Agrarumweltmaßnahmen, sei ein Problem. Ein weiteres, so Gut, das stetig abnehmende Verständnis der Bevölkerung für die Natur. Beispielsweise unbelehrbare Mountainbiker oder freilaufenden Hunde. Im vergangenen Jahr seien 54 Rehe in Elektrozäunen verendet. Darüber hinaus sei es sehr schwer, die Pachtgebiete zu bejagen. Dies läge unter anderem an vielen Störungen durch Partys, Spaziergänger, Hundebesitzer und Radfahrer. So sei es kaum möglich Wild, insbesondere Sauen zu jagen. Besonders „schlimm“ sei es an der Wengertleshütte. Benjamin Gut erinnerte den Rat daran, dass die Jagdpächter für die Pacht, aber auch für die Schäden durch nicht geschossenes Wild aufkommen müssen.

Unterstützung von der Gemeinde erhoffe er sich durch eine Art Besucherlenkung mit verstärkter Öffentlichkeitsarbeit, mehr Präsenz und Kontrolle in Hinblick auf die Leinenpflicht, aber auch finanzielle Unterstützung beispielsweise bei Beschilderungen. Letzteres konnte ihm Bürgermeister Franz Masino zusichern. Er bekommt neue Hinweis- und Infoschilder.

Der Klimaschutz soll in der Gemeinde weiter vorangebracht werden
Waldbronns neue Klimaschutzbeauftragte Marie Luise Blau stellte in einem ebenfalls engagierten Vortrag ihre Ziele und Aufgaben vor: „Unser Ziel ist eine klimaneutrale Verwaltung“.

Viele Themen stehen dabei im Focus. Die Rezertifizierung des European Energy Award ist eines davon. Hier geht es darum, den Energieverbrauch der kommunalen Liegenschaften zu erfassen und erhöhte Verbräuche zu erkennen und zu optimieren. Eine wichtige Rolle spiele hierbei das Energiecontrolling, bei der 17 Gebäude automatisch erfasst werden und damit eine gute Übersicht über ihren Energieverbrauch liefern. Das Erstellen von Energieberichten für die einzelnen Gebäude gehört ebenfalls zum Tätigkeitsfeld der Klimaschutzbeauftragten. Ein weiterer Schwerpunkt, so Blau, ist die kommunale Wärmeplanung. Wichtig hierfür sei eine Bestandsanalyse, welchen Wärmebedarf es in der Kommune gebe: „Hier soll ein strategischer Fahrplan über mehrere Jahre erstellt werden.“  Gleichzeitig sollen Energieverbrauchsausweise für die öffentlichen Gebäude ausgestellt werden. Dies sei für Gebäude mit hohem Publikumsverkehr Pflicht.

Ein weiteres Thema sei der Ausbau der PV-Anlagen. „Auch hier haben wir in der Gemeinde ein großes Potential“, erläuterte Marie-Luise Blau. Insbesondere auf den Schuldächern. Hier möchte sie auch die ansässigen Firmen und Privatleute mitnehmen, beispielsweise durch eine kostenlose Beratung. Die Öffentlichkeitsarbeit soll ebenfalls ausgebaut werden. So gibt es etwa wöchentlich konkrete Tipps zum Thema Klimaschutz im Amtsblatt.